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Resident Evil 4 - Review

Review | 04.08.2019 - 21:34:03

Seite 1: STORY & CHARAKTERE

² Diese Review wurde von mir, Sander Cohen, verfasst, als es weder die neue PC-Version, noch die Versionen für Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One oder Nintendo Switch gab. Getestet wurden Versionen für die Playstation 2, die PC-Version von Ubisoft und die Version für die Nintendo Wii. Spätere Versionen wurden hauptsächlich optisch verbessert. Die Wertung von 94% bezieht sich rein auf das Spiel selbst, nicht auf die unterschiedlichen Versionen und deren technische Vor- oder Nachteile. Alle Versionen sind nahezu identisch. Die Xbox One-Version enthält keinen leichten Schwierigkeitsgrad und der Schießstand ist dort etwas schwieriger als in den anderen Versionen. 


 "Basta, hijo de puta!"

"Öhm, wie bitte?"
"Basta, hijo de puta!" "Basta, hijo de puta!" "Basta, hijo de puta!"
"Ja nee, is klar! Hau bloß ab du mit deiner Sichel und deinen roten Augen. Ich sagte..."
PENG!

Ja, so kann es gehen, wenn man von einem spanischen Bauern als Hurensohn bezeichnet wird und dieser mit einer Sichel ankommt, um die Schulter des Helden zu massieren. Leider hat der Bauer nicht mit dem fliegenden Stück Metall aus der Red 9 unseres Helden gerechnet. Am Ende war der Bauer nur noch ein Haufen Scheiße mit einer Kugel im Kopf. Und ehe wir uns versehen, blubbert die Leiche auch noch feige in Blubberblässchen weg und ab in die Erde, wo er das Trinkwasser wahrscheinlich mit seinen toten Überresten infizieren will.

Das alles ist leider der Alltag im spanischen Dorf "Pueblo", wo sich Kühe "Guten Morgen" sagen und wo die Bauern selbst während sie vom Wahnsinn befallen sind, noch die Ernte pflegen oder die Hühner verscheuchen. Kinder gibt es in diesem Dorf keine, die liegen tot auf einem Karren im nahegelegenen Bauernhof, wo die Kuh friedlich frisst, während nebenan Kinderleichen verwesen. Ein toller Alltag in Spanien also. Wenigstens scheint hier sowas wie ein Dauerurlaub zu herrschen. Alles ist vom Wahnsinn befallen, aber jeder tut so, als ob er normal im Kopf wäre. Naja, vielleicht liegt es wieder einmal daran, das man nicht genau sagen kann, was denn "normal" ist.

Für die Bauern, die man Ganados ( zu deutsch "Vieh" ) nennt, scheint es normal zu sein, dass man Besucher auf Scheiterhaufen verbrennt, nur um nebenbei die normale Arbeit zu erledigen. Auch scheinen Besucher überhaupt nicht gerne im Dorf gesehen zu werden. So auch, als Leon S. Kennedy dort ankommt.

Die Geschichte fängt ganz gemütlich an. Leon kommt mit Hilfe von zwei Polizisten ins Dorf "Pueblo". Zumindest wird er zu dem Waldweg gebracht, der zum Dorf führt. Nebenschwaden ziehen umher. Es scheint Herbst zu sein, jedenfalls liegt das Laub über dem ganzen Waldboden verstreut. Die spanischen Polizisten lassen wir im Auto zurück, die haben anderweitig Dinge zu erledigen wie das pinkeln an Straßenböschungen oder wahrscheinlich das rauchen im Dienstfahrzeug.

Leon ist also auf sich allein gestellt. Außer ein paar Krähen gibt es kein Empfangskomitee. Das ändert sich, als wir die erste Hütte besuchen. Darin wohnt ein komischer, naja, nennen wir ihn einfach einen komischen Kauz. Er spricht kein Englisch und labert Leon irgendwie mit spanischen Zeug voll. Pech für Leon, denn der Kauz zückt eine Axt und versucht Leon eine neue Narbe für die Narbensammlung zu zufügen. Hätte Leon in der Schule spanisch gelernt, dann hätte er wohl schon vorher erahnt, wohin das ganze führen würde.

Wir zögern nicht und schießen dem Kerl ein Loch in dem Kopf. Von draußen hören wir, wie sich unsere Polizisten auf grausame Art und Weise ins Jenseits verabschieden. Das war es dann mit dem pinkeln an Straßenböschungen. Das wir in Spanien sind, merken wir spätestens, als von draußen weiteres spanisches Gebrabbel zu hören ist. Wir töten also alles, was spanisch spricht und nicht bei drei auf den Bäumen ist und kämpfen uns direkt ins Dorf vor. Dort der nächste Schock:

Die Bewohner verscheuchen die Hühner, laden Stroh auf einem Karren und die Kühe trinken friedlich aus der Jauche. Nur in der Mitte des Platzes sehen wir etwas, was uns erahnen lässt, dass hier in diesem Dorf etwas mächtig schief läuft. In der Mitte sehen wir einen Scheiterhaufen auf dem ein Polizist vor sich hin brutzelt. Arme Sau denken wir uns und schleichen heimlich weiter in das Dof hinein. Leider werden wir dabei erwischt. Wir flüchten in ein Haus, verbarrikadieren uns und müssen mit ansehen wie ein Mann mit einem Leinensack auf dem Kopf ankommt und seine rostige, blutbefleckte Kettensäge anschmeißt. Uns wird klar, dass diese Wahnsinnigen nicht dumm sind. Wir wissen, dass wir uns in eine Falle begeben haben, denn das verbarrikadieren war keine so kluge Entscheidung gewesen.

Das ist der Auftakt zu einem Spiel, dass eine komplette Survival Horror - Serie auf dem Kopf gestellt hat. Resident Evil 4 erzählt von der Geschichte einer verrückten Sekte namens "Los Illuminados", welche mit Hilfe eines Parasiten, den man "Las Plagas" die Welt beherrschen wollen. Dazu haben sie die Tochter des amerikanischen Präsidenten entführt und am Ende muss Leon S. Kennedy die Suppe gewaltig auslöffeln.

Die Story von Resident Evil 4 ist frisch, denn man verzichtet nahezu auf altbewährte Dinge wie den T - Virus oder die Umbrella Corporation. Stattdessen führt man mit der Sekte und der Entführung neue Punkte in die Story ein. Bisher ging es immer ums nackte Überleben, bei der Story von Resident Evil 4 ist das nicht anders, aber dank der Entführung müssen wir auch erstmals einen Beschützer und Vermisstensucher spielen.

Bei den Charakteren in der Story fühlen wir uns sofort wohl, auch wenn uns dauernd irgendwelche Verrückten an den Hals wollen, so schließen wir die Charaktere des Spieles sofort in unser Herz, was an der Charaktertiefe liegt. Selbst die Bösewichte sind auf skurille Art und Weise charmant, was aber an markanten Merkmalen liegt. So ist Saddler, der Hauptbösewicht, ein Mensch, den wir durch seine schleimige Stimme sofort mögen. Salazar hingegen mögen wir wegen seinem Modestil und seines etwas lustigen Auftretens. Dau kommt noch seine Körpergröße, denn der Zwerg kann kaum über das Geländer seines Balkons schauen. Und am Ende gibt es da noch den Bürgermeister Bitores Mendez, der uns im Gedächtnis bleibt als spanischer Rasputin. Die Bösewichter haben also alles Merkmale, die man sich gut merken kann und die diese auch auszeichnen.

Bei den Helden ist es ähnlich. Während wir Leon wegen seiner arrogant - coolen Art mögen, hassen wir Ashley hingegen wegen ihrer nervigen, schrillen Stimme. Luis hingegen tritt eher wie eine Mischung aus spanischem Gentleman und Playboy auf. Wo hingegen der Händler mit seiner Art besticht, die man nicht vergessen wird. Den Händler in Worte zu fassen ist eine schwere Angelegenheit, darum belassen wir es bei einem "Welcome, stranger", welches wir durch einen eng angelegten Schal sagen, den wir wie eine Gasmaske um dem Mund gewickelt haben.

So toll sich das alles anhören mag, so hat die Story von Resident Evil 4 nicht viel zu bieten. Insgesamt betrachtet ist es in der gesamten Reihe die wohl schwächste Story, was selbst die guten Charaktere nicht wett machen können. So fängt die Story super an, hat Atmosphäre und hat Tiefe, aber zum Ende hin saust die Story derbe in den Keller, was an den ständigen Entführungen von Ashley liegt. Irgendwann fragt man sich, warum man für das erschießen von Ashley nicht belohnt wird. Storymäßig geht einen Ashley derbe auf dem Sack, was daran liegt, dass sie regelmäßig wieder entführt wird. Kaum haben wir das Barbie - Girl gerettet, schon wird sie wieder entführt oder läuft rückwärts in eine Falle. Irgendwann nervt es und wir wünschen uns, dass es nur ums Überleben gehen würde und nichts um Babysitting im spanischen Streichelzoo.

Alles in allem wäre bei der Story mehr gegangen. Die Frage, ob man Überlebender, Beschützer oder Babysitter ist, ist leider zu sehr zweifelhaft. Irgendwie verkommt das ganze zu einer Babysitting - Tour mit einem bitteren, leicht gereizten Nachgeschmack. 


 
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